see

hier und da hab ich ein paar wände gesehen

links und rechts vom weg den graben

vorne sind immer steine, doch hinten ist alles vermauert

ich kletter um zu klettern um neue steine zu treffen die ich erklettern kann

steine die auf felsengröße, auf gebirge anwachsen

von weitem sehen sie unüberwindbar aus

von nahem sind sie es

doch ich klettere und klettere und überwinde sie

die luft wird am ende meist ganz dünn

und die anstrengungen unerträglich

doch nach jedem gebirge gibt es diesen kleinen ruhigen see

seine tiefe Stille beruhigt mich

hier glaube ich angekommen zu sein

doch es gibt diese umstände, diese situationen, diese menschen und ihre erwartungen

sie wollen mich aus dem see retten

sie glauben mir gutes zu tun

doch depressionen sind besser

ich habe genügend gebirge überwunden

hab 24 mal die sonne umrundet, auf meinem kleinen planeten

ich bin schon weit gekommen

ich bin schon oft angekommen

ich habe mich oft in den see getaucht und habe die wasserpflanzen beobachtet

wie sie wippen und kippeln und schwipp schwapp überschwappen

habe klick klack mit den augen geklimpert

mir tick tack zeit vorbei tuckern lassen 

und mir schluck für schluck den raum leergetrunken

den see leergetrunken

bis wieder hier und da ein paar wände sichtbar werden 

6.11.08 17:50, kommentieren

vergangene liebschaften

die zeit ist schon wieder vorbeigerast... und es ist so viel passiert. so viel und doch. ich weiss nicht ob es mir gefällt

aber letztens da, da war ich in nem club zur hell on earth tour. sechs hardcore bands, hach, ja, ich glaube es war schön oder hätte schön sein können. zumindest tut mir einiges weh und ich hab mich ausgepowert, auch wenn ich noch genug energie hatte eben auf meine badezimmerkacheln einzuschlagen

wir kamen zum ende der 1. band und danach sah ich mich um, doch er war nicht da. er hatte doch gesagt er würde kommen. eine zusage. ein versprechen. er hatte doch gesagt er würde kommen. mein magen drehte sich. aber hey, ich hatte freunde dabei, was sollte ich mir also über ihn gedanken machen.

die ersten drei bands zogen vorüber. von ihm war nichts zu sehen. das wars dann wohl. so spät würde er auch nicht kommen. und selbst wenn, was sollte schon passieren. sollte es plötzlich wieder so sein wie ende juni. nein! es ist viel zu viel zeit vergangen und ich verstehe gar nicht mit was. es ist so viel passiert, ich war ständig unterwegs und er auch... und plötzlich ... es ist alles so surreal

bei der vierten band hatte ich mich dann schon ausgepowert und wurde melancholisch. ich hielt einfach an. alles lief weiter. um mich schlugen und traten menschen um sich. doch ich blieb stehen. dachte nach. dachte an ihn. ich wurde wütend. fühlte mich ohnmächtig. fehl am platz und doch glücklich in der menge zu baden. ich bekam einige schläge ab, einen ellebogen in den magen. alles war so ruhig. die musik war leise. ganz weit weg. und ich? ich fühlte mich ganz allein. die menschen um mich rum waren nicht wirklich. ich dachte an unsre zeit.

und dann, dann sah ich ihn. nur von hinten ganz kurz. aber ich sah ihn und sprang ins pit. er war es wirklich. und er war grade erst angekommen. das lied war zu ende und wir begrüßten uns, aber irgendwie war es nicht richtig. alles war nicht richtig. und es wurde schlimmer... wir waren abwechselnd im pit, standen erschöpft nebeneinander, ganz nah nebeneinander. aber er war so weit weg. ich konnte die entfernung nicht überwinden. es war schlimmer als vorher. schlimmer als wäre er nicht da. er war da. fast durchsichtig da. eine hülle ohne aura. und so weit weg, neben mir. ich weiss nicht warum, aber das machte mich noch wütender. er stand da und wir waren einfach nichts mehr. weniger als bekannte.

ich hatte mehr kontakt zu leuten denen ich in den rücken trat und mit denen ich verbrüdernd einschlug als mit ihm. jeder mensch auf diesem konzert kam mir plötzlich vertrauter vor. ich war verletzt und wütend. nach der letzten band ein müder abschied. für mehr hat es nicht gereicht. er ist tot. für mich. und ich weiss nicht wessen schuld es ist.  

14.9.07 14:31, kommentieren

und nichts passiert

ungeliebt, so unglaublich ungeliebt. und nichts das mir helfen könnte, niemand dem ich glauben würde, kein trost.
langsam zergeh ich in dem gefühl immer hässlicher, immer dicker, immer dümmer zu sein. mich nur ins negative zu wandeln, keinem anspruch mehr zu genügen, unansehnlich vor mich hin zu kriechen.
mein vertrauen in nette worte, in zärtlichkeiten, selbst in leidenschaftliche berührungen verblasst. ist das alles schein, liebt ihr fremd, könnt ihr mich daher nicht genug lieben? bin ich euch nicht genug und warum kann ich nicht mehr sein, nicht anders, nicht besser, nicht stark, nicht konsequent, nicht diszipliniert, nicht schön, nicht jemand anders.
meine motivation scheitert schon am gedanken an meine unfähigkeit. mein wille trauert zu sehr um wütend stark zu sein. und meine hoffnung, die ich noch nicht kennenlernen durfte, wie lange lässt sie noch auf sich warten.
ich drehe mich im kreis, im bett, bleib liegen. ich schließe die augen um in den spiegel zu sehn. ich fange an anzufangen mich zu verändern, ich versuche zu versuchen jemand anderes zu sein. ich breche ab, drehe mich im kreis, im bett, bleib liegen.

21.7.07 13:56, kommentieren

ich geh euch aus dem weg

ich will nicht sein!
um euch noch immer lieben zu können

ich will nicht sein!
um mich über eure glücklichen gesichter zu freuen

ich will nicht sein!
um nicht zu fühlen das mein herz zerbricht

ich will nicht sein!
nicht im weg sein

ich will nicht sein!
aus angst egoistisch zu werden


ich will nicht sein!
um kein schlechtes gewissen zu verschulden


ich will nicht sein
um zu sein

ich will nicht im weg sein!

______________________________________________

verdammt! wie konnte das passieren? wo kommen die gefühle her? wo kann ich sie hinsperren? es scheinen alle zellen voll belegt? lächerlich und überflüssig! ich weiss das sich nichts ändert wenn ich mich beschwere, ausraste, weine, gefühle zeige! wozu dann aufwachen, wozu atmen, wozu leben? ich wünsch euch doch das allerbeste. ich mach mir doch noch sorgen das ihr euch nicht gegenseitig verletzt. ich habe angst, angst das einer dem andern das herz bricht, das ihr euch narben zufügt. ich versuche die dolche in meinem herz runterzuschlucken... wie lange noch? ich hab angst, angst euch zu sehen, angst euch irgendwann zu hassen, angst um euch, angst vor mir selbst, vor gefühlen... angst die kontrolle zu verlieren.

4.7.07 12:25, kommentieren

schmerzliche erlösung

ich geb dir die erlösung

warum geb ich dir eine erlösung
warum bin ich nicht egoistisch
warum kerker ich gefühle ein
warum lächel ich um dir deine sorgen zu nehmen
warum nehm ich dir verantwortung
warum habe ich angst angst zu haben
warum kann ich nicht einfach sein
warum nicht einfach fühlen
warum ist selbstaufgabe für mich die einzige option
warum mag ich dich...
so sehr

wenn ich nichts mehr will als dich glücklich zu sehen
wenn ich alles dafür tue damit du glücklich bist
warum bin ich dann nicht glücklich

warum tut dein lächeln so weh

10.6.07 13:50, kommentieren

scharfe kanten

Ich sitze in einem Raum voll spitzer Gegenstände und frage mich wo ich sie vor mir verstecken soll, wie ich sie vergessen kann und wie ich es überwinde sie ohne Verlangen anzusehn?

Ich schleiche nervös um scharfe Klingen und frage mich warum lachen nicht ehrlich ist, liebe nicht stark und meine hände zittern?

Mein Blick schneidet sich an verführerischen Scherben und ich erlaube mir nicht zu weinen, tanze melancholisch in lethargie und verbiete mir an dein gesicht zu denken

Es ist nur Zeit, es ist nur Zeit, die wartet und vergeht...

26.4.07 22:16, kommentieren

und ich schreibe/schneide worte aus meinem kopf

ich hab mal wieder gedichte geschrieben... warum? ich bin verliebt.. und hatte nachts nichts besseres zu tun als ich mal wieder nicht schlafen konnte und die sonne auch schon kurz davor war einen neuen lichtangriff zu starten
__________________________________________________________________________

Meine Hand greift zu
Wild entschlossen
Dein Gesicht zu löschen
Ich atme ein
Ein Kribbeln fließt durch meine Adern
Alle Muskeln angespannt
Ich ramm die Scherbe in meine Stirn
Tief in dein süßes Lächeln
Wild entschlossen
Dein Gesicht zu löschen
Mein Herz trotzt deinem Blick
Deinen blutunterlaufenen Augen
Die mich fesseln
Der Schmerz begrüsst die Klinge
Schnürrt meine Lungen zu
Wild entschlossen
Doch selbst die Stille gleicht deinem Spiegelbild
_____________________________________________________

Verpfuschte Gefühllosigkeit
Meines verratenen Geschlechts
Hinterlässt schimmlige Flecken
Sprühender Emotionen auf meiner Haut

Jahrelange Unterdrückung
verliebter Wunschlosigkeit
schreibt kümmerliche Memoiren
An die Innenwände meiner leeren Augen

Wo ist der Schlüssel
Wo die Axt
Der Schneidbrenner
Zu den Ketten um mein Herz
______________________________________________________

Sing schreckliche Lieder um nicht mehr denken zu müssen
Renn die Treppe rauf und runter um keinen Atem für naive Worte zu finden
Bring mir bei mit Stöcken Feuer zu entfachen nur um meine unbedachten Zeilen zu verbrennen

Wie einfach ist es NICHT zu lieben?

Schützt mich Klebeband vor deinen Blicken?
Hilft Säure gegen deine Berührung?
Bannt dich eine einstweilige Verfügung auch aus meinem Kopf?

Tret mit dem Absatz auf meinen Fuss um mein verträumtes Lächeln zu erschrecken
Ernähre mich von Schlaftabletten um den nervösen Dauerwachzustand ins Bett zu schicken
Prügel mich mit vollen Fussballstadien nur um keine Zeit für Umarmungen zu haben

Warum ist es NICHT einfach?
_________________________________________________________

tja, und die erkenntnis aus allem... "verliebt gedichte schreiben zu wollen ist wie glücklich Selbstmord zu begehen"

15.4.07 22:10, kommentieren